
Vor einem Jahr habe ich den„Radio Receiver“ vorgestellt, einen vollständig in JavaScript vonJacobo Tarrío geschriebenen Empfänger, mit dem man einen RTL-SDR über die Website https://radio.ea1iti.es/ nutzen kann. Nun habe ich etwas gefunden, das noch viel umfassender und ausgereifter ist.
BrowSDR ist ein hochmoderner, ultraschneller und browserbasierter Software-Defined-Radio-Empfänger (SDR), der ursprünglich für HackRF entwickelt wurde und von Joel„Lynx“, einem Programmierer aus Neuseeland, erstellt wurde. Du schließt ein HackRF-Gerät oder einen RTL-SDR an , öffnest in deinem Browser diese URL https://browsdr.jlynx.net und schon bist du startklar.
Auch wenn behauptet wird, dass keine Treiber erforderlich sind, glaube ich, dass das nicht ganz stimmt. Ich habe es auf einem Rechner getestet, auf dem ich keinen SDR-RTL-Treiber installiert habe, und es funktionierte nicht, wenn nur der USB-Empfänger angeschlossen war. Zwar sparst du dir die Software und den damit verbundenen Aufwand, aber du musst zumindest Zadig auf deinem Rechner ausführen, damit die Treiber ihre Arbeit verrichten können.

WebUSB, ohne Installation
Die Verbindung zur HackRF- oder RTL-SDR-Hardware erfolgt direkt über WebUSB. Keine Software, keine Plugins, kein Schnickschnack: Du öffnest einfach den Browser und schon hast du einen voll funktionsfähigen Empfänger.
Empfang mit mehreren VFO-Frequenzen
Du kannst mehrere Frequenzen gleichzeitig hören, wobei jede über eigene Einstellungen für Farbe, Modus, Rauschsperre (Squelch), Lautstärke und Audiofilter verfügt. Außerdem kannst du einzelne Frequenzen oder Voreinstellungen für ganze Multi-VFO-Gruppen speichern. Organisiere sie in mehr als 15 Kategorien und suche, importiere und exportiere sie im JSON-Format.

Gemeinsame Nutzung von Remote-SDR
Eine sehr interessante Funktion ist die Möglichkeit, dein SDR mithilfe von WebRTC und PeerJS ganz einfach mit entfernten Zuhörern zu teilen. Die Teilnehmer verbinden sich über einen geteilten Link. Der Gastgeber kann die Einstellungen sperren und die verbundenen Clients verwalten. Du generierst eine URL und gibst sie an einen Freund weiter, der dann über dieselbe Webseite auf dein SDR zugreifen kann. So einfach ist das.

Transkription mit Whisper AI
Dir steht eine Sprach-zu-Text-Umwandlung in Echtzeit zur Verfügung, die über OpenAI Whisper erfolgt und lokal in deinem Browser ausgeführt wird. Kompatibel mit Modellen für Englisch und mehrsprachigen Modellen mit einer Größe von bis zu 800 MB.

Frequenzaktivitäts-Tracker
Zeichnet automatisch die Dauer der Rauschsperre und die Anzahl der Sendungen pro VFO auf. Sortiert die aktiven Frequenzen und zeigt Anzeigen für Live-Übertragungen an.
POCSAG-Pager-Decoder
Echtzeit-Entschlüsselung von POCSAG-Pager-Signalen auf jedem NFM-VFO. Zeigt den Zugangscode (Capcode), den Nachrichtentyp, die Baudrate und den Nachrichtentext an, mit Exportfunktion.
FM-RDS-Decodierung
Entschlüsselt die Metadaten des Radio Data System (RDS) von WFM-Sendern. Kompatibel mit den Ländereinstellungen für die EU und Nordamerika.
Demodulationsverfahren
NFM, WFM (mit Stereo und RDS), AM, USB, LSB, DSB, CW und RAW; alles in Echtzeit mittels WebAssembly-DSP decodiert.
Die einzige Funktion, die mir im Vergleich zu SDR++ vielleicht fehlt, ist die Aufnahmefunktion, aber dafür kann man immer auf Tools zurückgreifen, die den Ton vom PC aufnehmen. Ich habe es in vier Browsern getestet und es funktioniert in allen gut. Nur in Opera ist mir ein Fehler aufgefallen: Das Fenster schließt sich, wenn man die Frequenz-Timeline verschiebt. Zwar ist die Empfindlichkeit etwas geringer und die Feineinstellung der Frequenzen etwas umständlicher als in SDR++ und auch etwas weniger präzise, aber ansonsten ist die Leistung einwandfrei. Man sollte die weitere Entwicklung im Auge behalten.
Alle Details findest du auf der GitHub-Seite.






